„We ‚re not here for a long time, but for a good time“

 

Der alte irische Farmer ist friedfertig: „We ‚re not here for a long time, but for a good time“, sagt er immer , wenn es gilt, sich zurück zu nehmen, Druck aus einem Konflikt zu nehmen, zu schlichten, sich auf das Wesentliche zu besinnen. Ein Menschenleben ist kurz, also lasst uns die Zeit auf der Erde genießen. Das Leben ist zu kurz zum Streiten, auch zu kurz, um schlechten Whiskey zu trinken, am falschen Ort zu leben oder auf die falschen Pferde zu wetten.

Die Autorin Sibylle Berg wünscht sich in ihrer Spiegel-Kolumne eine ähnliche Lebenspraxis im Jahr 2019 und träumt die ruhige Zeit von Weihnachten in die Zukunft weiter:

 

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„Wie albern, so ein Mensch. Was ist das für eine niedliche Materie, die so flüchtig ist. Kaum geboren, schon wieder verschwunden. Lachten sie. Und wegen dieser kleinen Biomasse machen wir so ein Theater? Kaum hat man sie, ist man schon wieder Humus.

Die Leute sahen sich. Sie waren. Unwichtig geworden. Benommen schwankten sie unter den Weihnachtsbaum oder was immer Symbol ihrer Traditionen sein mag. Und nahmen sich nicht mehr ernst. Sie spielten mit den Kindern, verschlangen Essen, soffen sich die Rübe weg, rollten auf dem Teppich und fühlten zum ersten Mal seit langem wie wunderbar leicht es war, nicht allein im Besitz der einzigen Wahrheit zu sein.

Hey, prusteten sie ins Telefon, am anderen Ende der Parteigenosse, der Attentäter, der Gauleiter – was ist, wenn wir es einfach lassen. Wir lassen das mit Weltherrschaft, Welteroberung, der einzig richtigen Diktatur – was auch immer, wir lassen einfach alle in Ruhe und sehen zu, dass wir unsere Zeit hier mit sinnvolleren Sachen herumbringen.

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Wie ruhig es sein könnte, wenn keiner glaubte, er müsse die Welt beherrschen, durch politische und oder finanzielle Überlegenheit. Wie erfreulich, wenn keiner einem anderen seine Ideen aufzwingen wollte. Wenn jeder essen könnte, was er will, und trinken und Sex haben und aktiv sein oder eben nicht. Ein wenig klugscheißen oder es eben sein lassen. Wenn jeder sich verdammt nochmal als flüchtiger, alberner Teil der Welt begreifen wollte und die Füße stillhielte. So wie es Ende des Jahres schien. [. . .]“

 

We are here for a good time: Wir versprechen Dir eine gute Zeit an den schönsten Orten in Irlands Südwesten. Irlands beste Seiten mit Wanderlust. Und gar nicht so kurz: Eine oder zwei Wochen zum Genießen. Infos hier. Unser Foto heute: Der Farmer genießt die Natur und den weiten Blick über sein Land hoch über der Bantry Bay. Foto: Markus Bäuchle

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Export nach Wanderlust|Kommentare deaktiviert für „We ‚re not here for a long time, but for a good time“