Klimawandel auf Irisch: Ein Sonnenjahr, das keins war

Irland Wetter 2018

Das Wetter in Irland 2018: Voller Überraschungen

So war unser Wetter in Irland im Jahr 2018: Es muss der 2. Januar sein. Gerade hat Stefan angerufen und die Jahreswerte für das Wetter 2018 durchgegeben. Überraschung: Was wir aufgrund der herrlich trockenen Wander-Saison als Schönwetterjahr erlebt haben, war unter dem Strich gar keins: Hier im Südwesten der Insel am Atlantik kamen in den vergangenen zwölf Monaten 2464 Liter Regen runter. Das war viel. Die Sonne schien 983 Stunden. Das war normal. Die Durchschnittstemperatur betrug 13,64 Grad. Das war kalt! Und doch hatten wir einen schönen warmen Sommer. Wie kommts?

Stefan Knuettel. Wanderführer, Wetterpapst

Stefan Knuettel, mein Freund, Nachbar, Wanderführer und Wetterpapst, zeichnet das lokale Wetter hier in Glengarriff, West Cork, in der Bantry Bay nun seit 31 Jahren Tag für Tag penibel auf. Sein Blick zum Himmel, übers Meer und zum Horizont ist der eines Wetter-Kenners. Gäste unserer Wanderreisen wissen Stefans Wetterwissen und seine Prognosen zu schätzen. Er liegt mit seinen Wetteransagen für den Tag meistens richtig. Wer auf Stefan hört, weiß, was in den Tagesrucksack gehört.

Die erste Wetter-Überraschung des Jahres nach einem nassen Winter war, dass der Frühling ausfiel: Von Februar bis April regierten Nässe und Kälte. Wir blieben vom Schlimmsten verschont, im Osten des Landes aber fielen Rekordmengen Schnee. Rechtzeitig zur Wandersaison dann die Wende: Mildes trockenes Wetter für viele Wochen. Vor allem die Monate Juni und Juli waren schöne sonnige Monate. Hier im Südwesten überwog der Genuss, im Osten der Insel litten die Menschen unter Wassermangel und einer fast sechs Monate währenden Trockenheit. Dann brach der Sonnen-Boom im August, es folgten ein nasser Herbst und die Monate November und Dezember mit einer Regenmenge von 740 Litern – flapsig gesprochen: Es goss wie aus Eimern, und es wurde dunkel. Im Dezember ließ sich die Sonne gerade einmal zehn Stunden lang blicken.

So erlebten wir hier in der Bantry Bay – ohne es zu merken – das statistisch zweitkälteste und zweitnässeste Jahr in den 31 Jahren, seit Stefan das Wetter dokumentiert. In diesen Zahlen spiegelt sich der Trend der zunehmenden Extreme: Trockenere Sommer mit Dürreperioden werden von einer umso nässeren (und oft auch windigeren) kalten Jahreshälfte abgelöst. Das ist Klimawandel auf Irisch.

Hoffen wir also auf eine gute Wander-Saison 2019. Wer einmal mit mir oder mit Stefan die schönsten Orte im faszinierenden Süden Irlands wandernd erkunden will, Wetterkunde inklusive: Wir freuen uns auf Euch, alle Informationen gibt es hier: Wandern in Irland 2019.

 

Fotos: Claudia Becker (u.), Markus Bäuchle, Wanderlust

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