John Spillane

 

Heute schreibt Patrick Steinbach im Irish Music Corner über den wunderbaren John Spillane. 

 

Ich kann es selber kaum verstehen: Aus irgendeinem geheimnisvollen Grund lande ich beim Durchstöbern des Internets immer wieder bei diesem sympathischen und unprätentiösen Liedermacher aus Cork: John Spillane. Und das, obwohl ich noch nicht einmal ein besonderes Faible für Liedermacher habe. Meist spannender und ausdrucksstärker empfinde ich irische Instrumentalmusik.

Der Blick des ausgebildeten Gitarristen, der wenig Gefallen am einfachen Begleiten von Liedern empfindet, verwehrt mir oft genug selber das tiefere Eintauchen in die Welt der gesungenen Musik. Vielleicht auch wegen der eigenen allzu eingeschränkten Gesangskünste bleibt mein Interesse eher an virtuosen Instrumentalisten hängen, deren „Stimme“ quasi durch das Instrument spricht und singt.

Die Direktheit eines Textes und die Unausweichlichkeit seiner Bedeutung führen bei mir schnell zu einem Effekt, den jeder wohl als „Überhören“ kennt. Ein paar Mal ein Lied zu viel gehört, und schon tritt Langeweile ein. Die Uneindeutigkeit einer Melodie in Bezug auf ihre Botschaft hingegen, die je nach Stimmung immer wieder neu empfunden werden kann, ist für mich beutungsoffener und immer wieder neu interpretierbarer, somit ergiebiger als jeder Text.

 

Und nun schon wieder dieser John Spillane.

„There was am man who took a wife
to walk beside him through his life.
They walked trough sunshine and through rain.
They walked trough pleasure and trough pain.“

 

Johns schlichtes Auftreten, fernab von jedem Glamour, das Fehlen jeglicher Starallüren (ja, selbst der so „bescheidene“ Ed Sheeran kann sich hier noch eine Scheibe abschneiden!) und die Konzentration auf starke Reime und die für einen Liedermacher eher ungewöhnlich intensiven Melodiebögen, getragen von einer unwahrscheinlich gut klingenden wenn auch recht rudimentär gespielten Gitarre, all das macht diesen Mann zu einem Künstler, dessen Authentizität einmalig und dessen Musik einfach nur großartig ist.

 


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Ich muss zugeben, dass ich beim Hören eines seiner Songs hemmungslos weinte. Es machte auch gar keinen Sinn, sich gegen den aufkommenden Gefühlswall zur Wehr zu setzen. Zu tief war plötzlich die Verbindung, auf die es im Endeffekt bei jeder Kunst ankommt. John Spillane hatte auf magische Weise den alten Knochen in mir erweicht und sogar verflüssigt. Tausend Dank für diese Berührung, lieber John!

Wer ohne Kitsch und Kommerz Wortpaare wie rain-pain, friend-end…zusammenführt, wer seinem Publikum die Universalität der eigenen Gefühlswelt ohne Anbiederung als Projektionsfläche zur Verfügung stellt, der ist Genie und Freund zugleich, ein Ureinwohner der eigenen Seele, der einem die Hand reicht und einen nicht mehr alleine lässt, weil man seine Melodien und Texte noch lange mit sich trägt.

 

In tiefem Respekt und mit Dankbarkeit, diesen Gefühlsreichtum teilen zu können, empfehle ich diesen wunderbaren Musiker, den ich selber so gerne einmal live erleben würde.

 

Hier der Song, der mich so stark berührt hat:

John Spillanes Webseite: www.johnspillane.com

 

 

 

 

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