Reden wir von der Vielfalt des Lebens und schützen wir sie: Alle reden vom Klimaschutz. Viel mehr noch bedroht das große Artensterben das Leben auf der Erde – auch das von uns Menschen. Tiere und Pflanzen verschwinden in nie gekannter Geschwindigkeit. Die Artenvielfalt nimmt dramatisch ab, Menschlicher Expansionsdrang verdrängt die Wildnis in letzte Reservate und beschädigt das Netz des Lebens. Die Zahlen sind schockierend; Seit dem Jahr 1970 hat die Menschheit 60 Prozent der Säugetiere, Fische, Vögel und Reptilien ausgerottet. Menschen, die nur 0,01 Prozent allen Lebens auf der Erde ausmachen, haben 83 Prozent der wild lebenden Säugetiere ausgelöscht. In den vergangenen 25 Jahren haben wir 75 Prozent aller Insekten verloren.

 

Panik und Pessimismus bringen uns nicht weiter . . .

 

Was können wir Positives tun? Wir können uns zurück nehmen und versuchen, nur die Hälfte dieses Planeten für uns zu beanspruchen und die andere Hälfte an die Wildnis, die Pflanzen und Tiere zurück zu geben. Wir können den Flächenfraß beenden. Wir können wieder Verantwortung übernehmen für den Ort, an dem wir leben und arbeiten. Für die letzten Wiesen zwischen den Dörfern. Für den Wald. Für den Park um die Ecke. Für kleine grüne Oasen in der urbanen Nachbarschaft. Für den naturnahen Balkon. Und wer das Privileg hat: Für den eigenen Garten. Wir können uns dem Flächenfraß in den Weg stellen und ihn stoppen.

Mary Reynolds

Wir können den Garten oder Teile davon wieder zu einem wilden naturnahen Ort machen, jenseits von Steinwüsten und Zierrasen. Wir können die kleinen Natur-Oasen vernetzen. Wir können sie hüten und verteidigen und daraus einen natürlichen Flickenteppich „weben“, der sich dem Verwertungs-Imperativ Wachstum zerstört Natur widersetzt.

Eine Frau macht mobil. Die irische Gärtnerin, Garten-Gestalterin und Autorin Mary Reynolds hat zur Verwirklichung dieser Idee das Projekt We are The Ark („Wir sind die Arche“) gegründet. Fast jeder Mensch hat die Möglichkeit, ein kleines Stück Natur zu schützen. Aus vielen kleinen Archen kann ein Flächennetzwerk der natürlichen Welt entstehen. Wir  sind dabei. Die Idee soll Irland, Europa, die Welt begeistern. Schaffen wir tausende Archen für die Natur.

Mary Reynolds ist in Irland eine bekannte Frau. Sie steht dafür, die Wildnis in unsere Gärten zurück zu bringen. Sie hat mit diesem wilden Konzept vor Jahren eine Goldmedaille bei der Chelsea Flower Show gewonnen, und aus diesem Stoff wurde ein erfolgreicher Spielfilm gedreht: Dare to be Wild. Die Buchautorin, Landschaftsgestalterin und Aktivistin geht jetzt einen neuen Weg, um 50 Prozent der Fläche der Erde an die Natur zurück zu geben: We are The Ark.

Eines Morgens im vergangenen Jahr beobachtete Mary eine Massenflucht von Tieren aus der Nachbarschaft: Der Fuchs, eine Igel-Familie, dann zwei Hasen rannten gehetzt in ihren Garten. Mary sah nach und entdeckte den großen Bagger, der das Nachbargrundstück mit brutaler Geschwindigkeit in eine Baustelle für ein neues Haus verwandelte. Die Pflanzen wurden abgeräumt, die Tiere verloren ihr Zuhause.  An diesem Morgen wurde die Idee der Archen geboren.

 

 

The Ark: Biotope für das rote Eichhörnchen

 

Das Netzwerk-Projekt Wir sind die Arche wird auf der neuen Website www.wearetheark.org  detailliert beschrieben. Die fünf Ziele sind:

  1. Aufmerksamkeit schaffen für die anhaltende Ausrottung der Arten.
  2. Viele sichere Oasen schaffen für wilde Tiere und Pflanzen.
  3. So viel Land wie möglich an die Natur zurück geben.
  4. Die Zufluchtsorte / Arte und ihre Wächter sollen miteinander vernetzt werden.
  5. Den Menschen eine wichtige Aufgabe anbieten, um das Leben auf der Erde zu untersützen.

 

 

Das Logo: We are The Ark

 

 

Eine Arche gründen können Privatleute, Freundeskreise, Schulklassen, Bauern. Das kann mit einem Bienenhotel auf dem Balkon beginnen, das kann mit Wildblumenwiesen im Stadtpark weiter gehen, das kann die Umgestaltung des Gartens zur Folge haben und das Pflanzen von Bäumen. Die Website www.wearetheark.org beschreibt genau, wie man und frau Archen starten können. Ein Logo gibt es ebenfalls auf der Website, ein Schild kann man selber basteln, um bekannt zu machen: Dies ist eine Arche. Für die Tiere, die Pflanzen, das Leben auf der Erde.

Wir hoffen, dass die Archen-Bewegung auch in Deutschland, der Schweiz und in Österreich bekannt und aktiv wird. Interessenten, die ein Netzwerk aufbauen wollen, können sich bitte per E-Mail melden: markus @ irlandnews.com

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Fotos: Mary Reynolds and Claire Leadbitter; Markus Bäuchle

 

We are The Ark: Lebensräume für Singvögel